Stadtteilinfo über den BA 17

[Tela-Post]

Stadtbezirk 17
Obergiesing
Der 17. Stadtbezirk, auf der östlichen Isarhochterrasse, ist Teil der ehemaligen Ruralgemeinde Giesing, die 1854 in das Stadtgebiet eingegliedert und 1939 in die beiden heutigen Stadtbezirke Obergiesing und Untergiesing-Harlaching aufgeteilt wurde. Er bildet einen relativ schmalen Streifen zwischen dem Südost-Abschnitt des Mittleren Rings und der S-Bahn-Linie nach Holzkirchen und umfaßt sowohl Teile des Innenstadtrand- (Alt-Giesing) wie auch des südöstlichen Außenbereiches (Fasangarten, Amerikanische Siedlung).
Die Bau- und Siedlungsstruktur stellt sich in Obergiesing sehr heterogen dar. Einfamilienhaus- und Kleinsiedlungsquartiere gehen in Gebiete aufgelockerten Geschoßwohnungsbaus und verdichteter Blockbebauung über. Durch kriegsbedingte Wohnraumzerstörung und Nutzung von Baulandreserven setzte mit Beginn der Nachkriegszeit eine rege Neubautätigkeit ein (gut 3/4 des Wohnungsbestandes wurden nach 1948 erbaut). Nur noch in Alt-Giesing, vornehmlich um die, an der Isarhangkante exponiert gelegenen Hl.-Kreuz-Kirche (neugotische Hallenkirche aus dem Jahr 1886) haben sich einzelne, historische Vorstadtmilieus erhalten.
Abgesehen von den beiden im Stadtbezirk befindlichen Friedhöfen und einem Freizeitpark verfügt Obergiesing über keine nennenswerten Grünflächen. Industrie- und Gewerbeflächen konzentrieren sich zwischen Perlacher Straße und Tegernseer Landstraße sowie im Bereich des Giesinger Bahnhofs.
In bezug auf die Struktur der in Obergiesing angesiedelten Betriebe hat der Dienstleistungssektor das Produzierende Gewerbe, nach der Zahl der Arbeitsplätze, mittlerweile überflügelt.
Galt Obergiesing lange Zeit als typisches Arbeiter- und Handwerkerviertel, überwiegen heute nach der Stellung im Berufsleben zwar die Angestellten, doch nachwievor dominieren unteres und mittleres (Aus-) Bildungsniveau. Lediglich der südliche Bezirksteil Fasangarten ist eindeutig mittelschicht-orientiert. Der Ausländeranteil im Stadtbezirk liegt bei 26 Prozent.

aus: Münchener Statistik, Jahrgang 1996, Heft 1